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Lokale Informationen, 23.05.2011

Der Kunst-Event im Mai

Gemeinschaftsausstellung der Leverkusener Künstler Kurt Arentz und Willi Diete

Leverkusen - Am vergangenen Freitag fand die Vernissage der 2. Gemeinschaftsausstellung der beiden Leverkusener Künstler Kurt Arentz und Willi Diete im Atelier Diete unter dem Thema "Venice 1" statt. Die Eröffnungsrede zu den Werken der Künstler hielt Sabine Becker, Kuratorin des Kunstvereins Leverkusen Schloss Morsbroich.

Willi Diete präsentierte die neuesten Werke der 1. Venice-Sequenz: Gemälde, Collagen und Fotografien zum Thema "Wrapped Walls". Auf einer Venedigreise in 2009 entdeckte der Künstler Reize in Objekten, die unbeachtet - eher verachtet - bei keiner Bilddokumentation von Venedig bisher erschienen sind: die zur Fassaden-Restauration verpackten Palazzi. Die Liebe zu den Objekten wuchs heran und die Vision, aus den nicht als Kunstwerk gedachten Objekten ein Kunstwerk zu schaffen, wurde von Foto zu Foto Wirklichkeit. Der Reiz darin bestand, den Gegensatz der modernen Gerüstverkleidung zu den noch sichtbaren antiken Fassaden gleich einer Metamorphose zu einem neuen Kunstwerk zu formen: Die Wandlung von etwas ungeliebtem Hässlichem zu etwas Wunderschönem. Es galt, nicht wie bei Christo, ein geeignetes Objekt traumhaft zu gestalten und zu verpacken, sondern der bereits vorhandenen Realität etwas Schönes abzuverlangen. So wurden die visionären Schnappschüsse später im Atelier kunstvoll fotografisch aufbereitet und konzeptionell zu der Serie "Wrapped Walls" zusammengestellt. Bei der Ausstellung waren unterschiedlichste Medien wie Fotografien und überzeichnete Collagen zu sehen.

Kurt Arentz präsentiert passend zum Thema "Venice 1" ausgewählte Bronzen - Menschen- und Tierplastiken, die typisch für Venedig sind. Erstmals sind dabei bisher unbekannte Werke aus der früheren Schaffensphase der 70er und 80er Jahre des 20. Jahrhunderts zu sehen - eine pulsierende Zeit, in der von vielen namhaften Künstlern große Werke der klassischen Moderne entstanden sind. Dem Leverkusener Künstler Kurt Arentz ist gelungen, mit seinen Personen- und Tierplastiken durch seine eigenwillige Auffassung von Mensch und Natur ein unverwechselbares Werk zu schaffen. Das Sich-in-die-Natur-Versenken bestimmt im Falle Arentz den schöpferischen Dialog mit der umgebenden sichtbaren Natur und seiner Natur inneren Erlebens. Betrachtet man seine Tierplastiken, so wird man gewahr, dass sich hier mehr abspielt, als das Abformen der Natur. Nur wenige seiner Tiere sind vollständig und ausschließlich angelegt. Vielmehr wird bewusst das Flüchtige eines Augenblicks erfasst, die Haltung eines Lebewesens, die vielleicht den Bruchteil einer Sekunde währte, ein kaum fassbares Gefühl, festgehalten, das jeden Augenblick zu verfliegen scheint.

Die Vernissage fand am Freitag, 20. Mai, um 19.30 Uhr, im Atelier Diete, Am Falkenberg 19, in Bergisch Neukirchen statt 

Die alternative Kunstnacht

leverkusener-anzeiger.de

Von Frank Weiffen, 19.10.10, 15:49h

Willi Diete und Kurt Arentz eröffnen ihre erste gemeinsame Ausstellung in Bergisch Neukirchen. Der Eröffnungstermin fällt nicht zufällig auf den selben Tag wie die Leverkusener Kunstnacht.

Kurt Arentz und Willi Diete
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Zwei kreative Köpfe: Kurt Arentz (links, mit der „dicken Venus“) und Willi Diete (mit einem Bild aus der Serie „Das Parfüm“). (Bild: Ralf Krieger)

Bergisch Neukirchen - Das ganze als Gegenveranstaltung zur Kunstnacht zu sehen, wäre wohl übertrieben. Dennoch haben Willi Diete und Kurt Arentz den Eröffnungstermin ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung nicht umsonst auf eben jenes Datum - den 29. Oktober nämlich - gelegt, an dem sich die Ateliers der Stadt einen Abend lang öffnen. „Ich hatte bei der Stadt angefragt, ob wir mit unserer Ausstellung mitmachen können bei der Kunstnacht“, sagt Diete. Aber die Liste der Beteiligten habe schon festgestanden. „Also machen wir jetzt unser eigenes Ding und laden die Kunstnacht-Schwärmer, die durch Bergisch Neukirchenkommen, auch zu uns ein.“

Zu sehen gibt es in Dietes Atelier in der Straße Am Falkenberg 19 jedenfalls genug. Immerhin hat sich der Werbegrafiker und Designer, der sich über seinen Beruf hinaus auch als Maler leidenschaftlich gerne kreativ betätigt, mit Arentz einen der relevantesten noch lebenden Künstler Leverkusens als Partner ausgesucht. Inhaltlich orientiert sich die gemeinsame Schau an Landschaften, an Körperstudien, an Natur-Motiven allgemein. Arentz präsentiert eine Auswahl seiner weltweit bekannten Bronzeskulpturen, zeigt Tiere und Menschen (etwa die „Besenhexe“, den „Eulenspiegel“, die „Marktfrau“, die „dicke Venus“).

Diete hingegen wählte großformatige Bilder aus von heraufziehenden Stürmen und Steilküsten, dazu Serien von Frauenbildern (eine ist vom Roman „Das Parfüm“ inspiriert). Viele dieser Arbeiten sind dynamisch, aus ihnen sprechen (Natur-)Gewalten, die aufwühlen und zeigen, dass hier einer am Werke war, der mit dem Malen und Zeichnen aufgewachsen ist und bereits zahlreiche Einzelausstellungen - zumeist in seiner Geburtsstadt Köln - hinter sich hat. Kennen gelernt haben sich Diete - der bereits seit mehreren Jahren in Leverkusen lebt und arbeitet - und Arentz übrigens über Arentz Sohn, der gleich nebenan wohnt und dem Nachbarn und dem eigenen Vater vorschlug, es einmal im Team zu versuchen mit der Kunst. „Und das hier ist nun das Ergebnis“, sagen die beiden Herren. Dabei lächeln sie zufrieden - auch weil sie sich selbst wiederentdecken in der Kunst des Gegenübers. Und die über zwei Stockwerke gehängte und liebevoll arrangierte Ausstellung „Sculpture meets painting“ („Skulptur trifft Gemälde“) legt denn als eine Art „alternative Kunstnacht“ auch Zeugnis ab von der gleichen „Wellenlänge“ der beiden. Eine Wellenlänge, die auch die eine oder andere Welle von Kunstnacht-Gästen anlocken könnte.

„Sculpture meets painting“ ist am Freitag, 29. Oktober, 18 bis 24 Uhr, und am Sonntag, 31. Oktober, zwischen 14 und 19 Uhr in Willi Dietes Atelier (Am Falkenberg 19) zu sehen. Es ist die erste Ausstellung im Atelier des Designers. Eintritt frei.